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"Bist du mit Auto oder gehst du Bahnhof?"


Während der erste Frageteil für einen Berliner ganz alltäglich klingt, rollen sich für einen Nicht-Berliner aufgrund der Artikelvermeidung vermutlich die Zehennägel hoch.

„Bist du mit Auto hier?“ (genauso: „Bist du gerade auf Arbeit?“ etc.) kann als eine typische Berliner Syntaxkonstruktion gesehen werden, die für viele Sprecher der Region alltäglich und damit Umgangssprache ist.

Der zweite Teil der Frage ist eine neuere Mimimalkonstruktion, die höchstwahrscheinlich auf den türkisch- arabischen Migrationseinfluss zurückzuführen ist. Diese reduzierte Syntax, die die Bestimmungskontraktion vermeidet (hier: „zum“), wird vor allem von Jugendlichen vermutlich über soziale und ethnische Grenzen hinaus verwendet.

Neben der Fragestellung der genauen Verteilung der jugendlichen Sprecher innerhalb der besagten ethnischen und sozialen Gruppen, ist es Ziel dieses Dissertationsprojektes festzustellen, ob Konstruktionen wie „Gehst du Kino?“ und „Warst du Einkaufszentrum?“ ein Übergangsphänomen der Jugendsprache sind oder aber in wenigen Jahren aufgrund der Ähnlichkeit zu bestehender Umgangssprache (erster Frageteil) vollständig ins Berlinerische assimiliert werden und nicht mehr herausstechen.

Die Projektthesen sollen an Berliner Schulen überprüft werden. Um eine möglichst große Stichprobe zu erhalten ist es Ziel, Schüler aus allen (alten) Bezirken der Hauptstadt zu beobachten. Dabei werden nicht nur die Sprecher unterschiedliche Schultypen, sondern ebenso unterschiedlicher Klassenstufen in die Studie miteinbezogen.

Neben einer Gesamterhebung der ausgewählten Klasse der jeweiligen Schule werden je nach Gegebenheiten und Möglichkeiten auch Einzelprofile von Schülern erstellt und in die Auswertung miteinbezogen.

Die Auswertung der Daten findet zum einen auf Bezirksebene (alte Bezirke) und anschließend auf der Gesamtebene Berlin statt.



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